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Jubilaeum: 50. Jazzfestival

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Video-Streifzug durch die Geschichte

Musik: David Helbock's Random/Control

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2019 feiern wir gleichzeitig die 50. Ausgabe und den 66. Geburtstag des Deutschen Jazzfestivals. Es wurde 1953 gegründet und ist damit nicht nur das älteste Festival Deutschlands, es gilt auch als das älteste in Kontinuität stattfindende Festival für zeitgenössischen Jazz weltweit. 
Weil das Deutsche Jazzfestival Frankfurt zwischen 1958 und 1990 nur alle zwei Jahre stattfand, kommt es erst 2019 auf 50 Ausgaben.

Wie es überhaupt zu dem Festival kam und welche wilden musikalischen Stationen es im Laufe der Jahrzehnte passiert hat, erfahren Sie auf den folgenden Seiten in unserem Webspecial.
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Die Anfänge

Die Deutschen All Stars 1953

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... findet am Pfingstsonntag 1953 im ausverkauften Frankfurter Althoffbau statt.
Das Line-up: Frankfurts Lokalmatadore, die Two Beat Stompers, vertreten den traditionellen Jazz, ergänzt um den afroamerikanischen Blues-Barden Big Bill Broonzy.
Zum krönenden Abschluss spielt eine All-Star-Formation, ausgewählt mittels einer Leserumfrage der Zeitschrift Gondel nach den besten Jazzinstrumentalisten Deutschlands. Drei der Musiker erlangen bald Starruhm über den Jazz hinaus: Paul Kuhn am Klavier, Hans (später James) Last am Bass und Max Greger (Tenorsaxofon). 

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Festivalgründer Horst Lippmann wird eher unfreiwillig zum Konzertveranstalter, weil sich zunächst keine der etablierten Konzertagenturen an den Jazz heranwagt.

Von der Bühne hält sich Lippmann allerdings in der Regel fern, die Moderation der Festivals überlässt er Olaf Hudtwalcker und später Werner Wunderlich. Nur als Schlagzeuger der Two Beat Stompers ist er tatsächlich doch selbst auf der Bühne.   
Zusammen mit seinem Partner Fritz Rau betreibt Lippmann später die wichtigste deutsche Konzertagentur für Jazz, Blues, Rock und Weltmusik. Das Programm des Deutschen Jazzfestivals prägen Lippmann + Rau drei Jahrzehnte lang.


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In vielen deutschen Städten gründen Jazzfans und -musiker nach dem Ende der Nazidiktatur sogenannte "Hot Clubs", um gemeinsam die damals raren Jazzplatten zu hören und Konzerte zu veranstalten. Die Clubs von Frankfurt, Berlin und Stuttgart schließen sich 1950 zur Deutschen Jazzföderation zusammen. Das ist der Boden, auf dem das Deutsche Jazzfestival ensteht.

Anfang 1951 notiert Horst Lippmann in einem Brief: "Am kommenden Sonntag fahre ich zur 3. Arbeitstagung westdeutscher HC's. Haben eine Tagesordnung wie ein rechtparteilicher Jugendclub. Fangen schon um 9:30 an und schließen dann um 18:30 mit 'geselligem, zwanglosem Beisammensein!'. Ich bin gespannt wie ein Regenschirm, aber irgendwie reizen mich diese Jazzspiessbürger ungemein.“
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Parkbanknächte - Werner Wunderlich erzählt

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Ab 1953 findet die jährliche Arbeitstagung der Deutschen Jazzföderation parallel zum Festival statt. Die Hot-Club-Delegierten absolvieren dabei ein Mammutprogramm: tagsüber Tagung, abends die Konzerte und anschließend Jam Session im Frankfurter Jazzkeller.

Schnell wächst das Festival auf zwei Abendkonzerte, eine Matinee und einen Jazzband-Ball am Pfingstmontag. Der bietet die richtige Party-Stimmung zum lockeren Ausklang. Der Jazzkeller ist schlicht zu klein, denn Frankfurt wird über Pfingsten "zu einem Mekka des Jazz", wie Joachim Ernst Berendt schreibt: "Nicht nur in den Konzerten, auch auf dem Domplatz und in den Anlagen, an den Mainufern und in den Cafés ... überall traf man sie: die Jazzfreunde, die nach Frankfurt gewallfahrt waren."

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"Etwas Wunderbares" - Stimmen zum Festival

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... was Deutschland an Jazz zu bieten hat, zu präsentieren", so formuliert Olaf Hudtwalcker schon 1953 den Anspruch des Festivals. Schnell entwickelt es sich zur Leistungsschau und Börse der Westdeutschen Jazzszene. Kurt Edelhagen etwa begeistert das Publikum mit seiner jungen Sängerin: Caterina Valente.  

Fachleute von Plattenfirmen, Rundfunk und der Presse hören in Frankfurt die maßgeblichen deutschen Bands und lernen die Musiker persönlich kennen. Die Funktionäre der Deutschen Jazzföderation gehen ihrerseits auf die Medienvertreter zu, um für eine umfangreichere und seriösere Repräsentanz des Jazz zu werben.

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Tatsächlich erzielen Big Bands wie die von Kurt Edelhagen ihre Haupteinnahmen mit Tanzmusik. Kleinere Formationen bestreiten ihren Lebensunterhalt oft in den US-Army-Clubs, wo sie ebenfalls Zugeständnisse an den Geschmack der Zuhörer machen müssen.

Ganz anders beim Deutschen Jazzfestival: Hier werden einheimische Musiker erstmals vor großem Publikum in konzertanter Atmosphäre präsentiert und die Mitschnitte im Rundfunk ausgestrahlt.

"Das war eine gewaltige Anregung für die Szene. Damit wurde die deutsche Jazzszene eigentlich erst geschaffen", resümiert später Fritz Rau.
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Und die anspruchvolle Musik des Festivals findet großen Anklang, nicht nur in Frankfurt beim Publikum vor Ort, sondern dank des Rundfunks auch deutlich darüber hinaus. Bereits beim ersten Festival schneiden der hr, AFN und andere mit und von Jahr zu Jahr entwickelt sich das Festival zu einem immer größeren Medienereignis. 

"Auf der Bühne standen 13 Mikrophone, so viele stehen sonst nur auf den Pressetribünen bei Fußball-Länderkämpfen", schreibt die Frankfurter Neue Presse bereits 1954, um zu resümieren: "Dieses Festival war aufregender als ein Sechstagerennen, überfüllter als eine Parteiversammlung, internationaler als ein Diplomatenempfang.“
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"Unterprimaner im Kleiderschrank" - aus der Rede des hr-Intendanten

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Zu Beginn der 50er Jahre wird der Jazz noch beargwöhnt, wie ein Ausschnitt der Frankfurter Abendpost illustriert:
"Wenn das Erlebnis einer Beethoven-Symphonie den Zuhörer an die Tore der Ewigkeit führt, stößt der Jazz den Menschen vor die trostlosen Türen eines Stundenhotels der Gefühle... Das Erlebnis ist von packender, reinigender Unmittelbarkeit, behaftet mit der tragischen Flüchtigkeit des Rausches....“

Gegen Ende des Jahrzehnts wird der Jazz in gebildeten Kreisen als eigenständige Kunstform anerkannt, wie die Eröffnungsansprache des damaligen hr-Intendanten Eberhard Beckmann beim 6. Deutschen Jazzfestival 1958 belegt:

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Guenter Kieser im Interview

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Noch vor den eigentlichen Konzerten macht das Deutsche Jazzfestival regelmäßig durch auffällige Plakate von sich reden. Lippmann beauftragt seinen Freund, den Frankfurter Grafiker Günther Kieser, mit der Aufgabe, Plakate zu gestalten, die dem Charakter und künstlerischen Anspruch der Musik gerecht würden. Kieser entwickelt eine Bildsprache, mit deren Hilfe er die jeweilige Musik kongenial visualisiert. Seine Arbeiten wurden zu Ikonen der Popkultur.

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Pérez/Patitucci/Blade im hr-Sendesaal (Ausschnitt)

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Im Verlauf der sieben Jahrzehnte seines Bestehens bespielt das Deutsche Jazzfestival so gut wie alle einschlägigen Locations in Frankfurt: vom Althoffbau der 50er Jahre über die Jahrhunderthalle und die Kongreßhalle bis zur Alten Oper, wo seit einigen Jahren das Eröffnungskonzert stattfindet. Daran schließen sich drei Abende im Sendesaal des Hessischen Runkfunks an.

Seit 2016 findet der 5. und letzte Tag des Festivals im Künstlerhaus Mousonturm statt. Der ungewöhnlichste Austragungsort ist ein Zirkuszelt auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks im Jahr 2004. Dort treten Zirkusartisten gemeinsam mit verschiedenen Bands auf, um deren Musik mit ihrer Kunst eine ungewöhnliche optische Dimension hinzuzufügen. Tatsächlich knüpft das Festival damit auch an seine Ursprünge an, denn der Althoffbau der 50er Jahre war nichts anderes als ein hölzernes Zirkuszelt.

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Das Frankfurter Publikum bleibt dem Festival stets treu und beweist immer wieder außerordentlichen Musikgeschmack und -appetit.

Das zeigt sich etwa 1974 bei der Ansage für Ravi Shankar's Music Festival of India. Das Publikum hat damals, am dritten Festivaltag, bereits eineinhalb Stunden Musik gelauscht. Aber von Erschöpfung keine Spur: auf die Auskunft, dass Shankar nun sein komplettes zweieinhalbstündiges Programm spielen werde, reagiert der Saal mit begeistertem Applaus und Jubelrufen.
Zwei Jahre vorher mischen sich dagegen Buhrufe in den Applaus für eine Soloimprovisation Chick Coreas, die in der damals Free-Jazz-affinen Zeit offensichtlich manchen "zu schön" geklungen hat.

2017 verwandelt Cory Henry das bestuhlte Parkett der Alten Oper mithilfe des Publikums in den vielleicht größten Dancefloor Frankfurts.
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Stile und Farben

Das Deutsche Jazzfestival bildete und bildet stets die wichtigen musikalischen Trends der Zeit ab und wird somit im Rückblick zu einem Spiegelbild der Jazz-Entwicklung in Deutschland, aber bald auch Europas und darüber hinaus. Eine Auswahl von Mitschnitten aus dieser reichen Geschichte finden Sie auf den folgenden Seiten.


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Hans Koller New Jazz Stars mit Albert Mangelsdorff (Pos.), 2. Deutsches Jazzfestival 1954

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In den 1950er Jahren sind Cool-Jazz-geprägte Kleinensembles wie das von Hans Koller oder später Albert Mangelsdorff aktuell. Ab 1958 vergibt das Festival auch Kompositionsaufträge (im Bild: hr-Jazzensemble und Musiker des Sinfonieorchesters).

Bis heute werden immer wieder auch Kompositionen in Auftrag gegeben, so z.B. an Heiner Goebbels für das Ensemble Modern ("La Jalousie", 1991) oder 2018 an Matthias Schriefl für das Projekt "The Big Amithias - Allgäu meets India".

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Brötzmann, Van Hove, Bennink und Mangelsdorff 1972

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Nachdem Anfang der 60er Jahre der Hardbop eine Zeitlang Mode war, machen 1966 erstmals einige damals junge Wilde mit Free Jazz auf sich aufmerksam: das Peter Brötzmann Trio sowie die Quartette von Gunter Hampel und Manfred Schoof.

Zwei Jahre später wird ein ganzer Abend dem Free Jazz gewidmet. Obwohl "vorgewarnt", zeigen sich die Zuschauer schockiert angesichts eines Happenings, in dessen Verlauf Schlagzeuger Fred Braceful nackt über die Bühne springt und Wolfgang Dauner eine Geige zertrümmert. Sind diese Publikumsreaktionen durchaus einkalkuliert, so scheinen die Akteure ihrerseits überrascht, als Musiker, die im Auditorium sitzen, ihre Instrumente auspacken und das Bühnengeschehen kommentieren.

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Master Musicians of Jajouka (Ausschnitt)

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Seit man im Jazz von Weltmusik spricht, hat dieses Genre einen Platz auf dem Frankfurter Festival. Don Cherry, Apologet dieser Musik, ist z. B. ab 1966 mehrfach zu Gast. Wichtige Musiker von allen Kontinenten hinterlassen im Verlauf der Jahrzehnte beim Deutschen Jazzfestival ihre Visitenkarte.

Nordafrikanische Sufi-Musik, Jazz und mehr treffen in einer eigens für das Festival 2014 inszenierten Begegnung der Master Musicians of Jajouka mit einer Formation um den amerikanischen Schlagzeuger Billy Martin aufeinander. Der indische Tabla-Virtuose Zakir Hussain, der zum Jubiläumsfestival 2019 mit seiner Formation Crosscurrents Trio kommt, war bereits 1984 zusammen mit Jan Garbarek, Shankar und Trilok Gurtu zu Gast.

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Sunshine of your love

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...halten  erstmals 1968 in Form eines von Radio Bremen kuratierten Abends Einzug (unter anderem mit Alexis Korner). Seitdem sind Blues, Rock und Postrock immer wiederkehrende Elemente im Stilmix des Festivals, von einem Meeting Inga Rumpfs mit Volker Kriegels Spectrum über einen Blues-Summit mit Eric Burdon, Louisiana Red und Hubert Sumlin und Auftritte etwa von Frank Gambale, Steve Morse oder Derek Trucks bis hin zu einem ganzen Festival im Zeichen des Blues im Jahr 2006.

Einer der damaligen Höhepunkte: die Begegnung des legendären Bassisten und Sängers Jack Bruce mit der hr-Bigband.

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Volker Kriegel mit dem Mild Maniac Orchestra 1976

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Das Dave Pike Set, in dem der zur Frankfurter Szene gehörende Gitarrist Volker Kriegel Weltruhm erlangt, präsentiert bereits 1970 seine Spielart des Jazzrock auf dem Festival.

Zwei Jahre später ist diese Musik bereits stark vertreten, etwa mit Klaus Doldingers Passport, Pierre Courbois' Association P.C., der Jean-Luc Ponty Experience und der Frankfurter Formation From.

Seitdem spielt die Fusion von Jazz mit Energie der Rockmusik immer wieder eine Rolle auf dem Frankfurter Festival und wird u.a. 2012 sogar zum Motto unter dem Titel "Jazzrock jetzt!"

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Being for the Benefit of Mr. Kite

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Zunächst als Schaufenster des Deutschen Jazz konzipiert, öffnet sich das Festival bald nach Europa und präsentiert etwa 1964 das Zagreb Jazz Quartet + Svend Asmussen (Tenorgeige), das Quintett des schwedischen Posaunisten Eje Thelin und das Zbigniew Namyslowski Quartet aus Polen.

Seitdem stellt das Deutsche Jazzfestival immer wieder  interessante europäische Acts vor, gelegentlich auch in ungewöhnlichen Konstellationen. So treffen der bulgarische Flötist Simeon Shterev und das Trio des Norwegers Jan Garbarek 1972 auf den amerikanischen Pianisten Chick Corea. 2016 orchestriert der britische Musiker Django Bates das "Sgt. Peppers"-Album der Beatles für die hr-Bigband und seine mit schwedischen, dänischen und britischen Musikern besetzte Band.

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Michael Brecker solo (Ausschnitt)

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Big Bill Broonzy bleibt für einige Jahre der einzige amerikanische Musiker des Festivals. Erst 1957 waren mit Gary Peacock und Don Menza zwei weitere Amerikaner dabei, die allerdings zu der Zeit in Deutschland leben und mit deutschen Musikern spielen. Wirklich international wird das Festival erst in den 60er Jahren, etwa mit einem Auftritt des Charles Lloyd Quartets 1966 (damals mit Keith Jarrett und Jack DeJohnette).

Seitdem hat das Festival viele Größen aus dem Mutterland präsentiert, gelegentlich auch in einmaligen Konstellationen. So gestaltet etwa Michael Brecker 2002 einen Soloauftritt nur mit seinem Saxofon. Beim Jubiläumsfestival 2019 gibt es ein Wiedersehen mit Charles Lloyd.

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Seit seinen Anfängen macht es sich das Deutsche Jazzfestival zur Aufgabe, neuen Talenten ein Forum zu bieten. Vom Michael Naura Quartett (1957) über Inge Brandenburg (1958), Peter Brötzmann (1966) oder Bireli Lagrene (1980) bis hin zu Matthew Bourne (2016) oder Kaja Draksler (2018) erleben viele in Frankfurt einen ihrer ersten vielbeachteten Auftritte.

Günther Kiesers Plakat von 1978 findet ein treffendes Bild für diesen Anspruch des Festivals und die Fähigkeit des Jazz zur stetigen Verjüngung und Erneuerung.
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Schröder/Dell Quartett 1992

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Ein besonderes Augenmerk richtet das Frankfurter Festival dabei natürlich auf die regionale Szene des Rhein-Main-Gebiets. Albert Mangelsdorff, Heinz Sauer oder Christof Lauer sind Musiker, die immer wieder in verschiedenen, oft einmaligen Konstellationen, beim Festival reüssieren.

Der Darmstädter Vibraphonist Christopher Dell, 2019 mit seiner Formation "Boulez Materialism" wieder mit von der Partie, begeistert bereits 1992 im Quartett mit dem Frankfurter Gitarristen John Schröder.

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Cory Henry & hr-Bigband (Ausschnitt)

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Seit Ende der 1990er Jahre bereichert die hr-Bigband das Festival mit orchestralen Sounds in außergewöhnlichen Inszenierungen. Funkenschlagende Begegnungen mit Stars wie Archie Shepp (plays Coltrane's Africa Brass), David Sanborn (plays Santana) oder Jean-Luc Ponty sorgen genauso für Begeisterung wie auf den ersten Blick "unmöglich" erscheinende Herausforderungen: etwa die Begegnung mit einem Gamelan-Orchester oder mongolischen Musikern.

2017 huldigt der Hammond-Virtuose Cory Henry seinen Gospel-Wurzeln in einem mitreißenden Set unter Leitung von Jim McNeely.

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Spezielle Projekte, die nur hier zu erleben sind, sind eines der Markenzeichen des Deutschen Jazzfestivals, angefangen mit den Deutschen All Stars 1953 und noch lange nicht endend mit den German All Stars des Jahres 2019. Unmöglich hier alle genialen Ideen aufzuzählen:
  • Joe Henderson & Albert Mangelsdorff play Flamenco (1974)
  • "Tenorsaxes Today" mit Heinz Sauer, Archie Shep und  George Adams (1978)
  • Heinz Sauer und Bob Degen treffen auf den Bluesharp-Spieler Carey Bell (1982)
  • Chet Baker und Archie Shepp (1988)
  • Art Ensemble of Chicago meets Don Pullen (1991)
  • Ginger Baker Trio mit Bill Frisell und Charlie Haden (1995)
  • "Earth Song" mit Pharoah Sanders, Eberhard Weber, Foday Musa Suso (1997)
  • Heinz Sauer, Michael Wollny und das Radio String Quartet Vienna (2007)
  • "Impressions of New York": Rolf und Joachim Kühn treffen auf John Pattitucci und Brian Blade (2011)
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Mit seiner anspruchsvollen Programmpolitik sowie der Live-Übertragung in hr2-kultur und im Netz behauptet das Deutsche Jazzfestival Frankfurt auch in einer dicht besiedelten Festival-Landschaft eine besondere Stellung.

Es ist Abbild der aktuellen Trends, legt dabei ein besonderes Augenmerk auf die einheimische und europäische Szene und macht weiter durch einmalige Projekte auch überregional von sich reden. Nach wie vor ist es auch ein Festival für Unerhörtes.

Überzeugen Sie sich selbst! (Festival-Programm 2019)
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Autor/Redaktion: Jürgen Schwab
Redaktion/Produktion: Matthias Grimm
Grafik und Design: Kerstin Henninger

Bilder
Deutsche Allstars © Wolfgang Nischk
Horst Lippmann © Horst Bethke/hr
Hot Club Frankfurt © Susanne Schapowalow
Albert Mangelsdorff © Hofmann
Caterina Valente & Kurt Edelhagen © Susanne Schapowalow
Wolfgang Sauer Band © Wolfgang Nischk
Jutta Hipp im Publikum © Susanne Schapowalow
Peréz/Patitucci/Blade im hr-Sendesaal © Sascha Rheker
Cory Henry im Publikum © Sascha Rheker
hr-Sinfoniker & hr-Jazzensemble © Kurt Bethke
Master Musicians of Jajouka © Sascha Rheker
Michael Brecker © Urban Kirchberg
Archie Shepp & Chet Baker © Urban Kirchberg
Dinosaur © Dave Stapleton

Mehr zur Geschichte des Festivals und der Jazzstadt Frankfurt finden Sie in dem Buch:
"Der Frankfurt Sound - Eine Stadt und ihre Jazzgeschichte(n)" Autor: Jürgen Schwab; Herausgeber: Stadt Frankfurt, Hessischer Rundfunk und Jazzinstitut Darmstadt; Bild- und Textband mit CDs; 2. Auflage, Juni 2014, 322 S., Societäts-Verlag, 25,- €, ISBN: 978-3-7973-08887

Eine Produktion von hr-online und hr2-kultur 2019


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